Arbeitsschwerpunkte

Der Schwerpunkt meiner Forschungen lag in den 1980er Jahren im Bereich der Neuen Sozialen Bewegungen (Habilitation). In den neunziger Jahren hat er sich dann in den Bereich der Umweltsoziologie und der Forschung zu Nachhaltiger Entwicklung verschoben. Während nach der Gründung der deutschen Sektion für Umweltsoziologie 1992 (zusammen mit Ulrich Beck) zunächst die theoretische und empirische Weiterentwicklung umweltsoziologischer Forschungsperspektiven im Vordergrund stand, gewannen gegen Ende der neunziger Jahre die verschiedenen Fragestellungen und Forschungsfelder nachhaltiger Entwicklung eine größere Bedeutung in meinen Arbeiten. In diesen Jahren hatte ich auch die Leitung der Münchner Projektgruppe für Sozialforschung (MPS) übernommen.  Seit den 2010er Jahren rückten dann die durch die Klimaproblematik und die Krise des neoliberalen Regulationsmodells (Weltfinanz-, Weltwirschafts- und Eurokrise; Auflebenen nationalistisch-rechtspopulistischer Bewegungen etc.) mit einer neuen Dringlichkeit gestellten Fragen einer beschleunigten sozial-ökologischen Transformation moderner, kapitalistischer Industriegesellschaften in den Mittelpunkt meiner Arbeiten.

Das umfasste insgesamt Forschungen zu:

  • Entwicklung der Umweltsoziologie und der Nachhaltigkeitsforschung
  • Sozial-ökologische Transformationsforschung
  • Nachhaltiger Konsum & nachhaltige Lebensstile
  • Ernährung, Agrar- und Konsumwende
  • Diskurs & Kommunikation nachhaltiger Entwicklung
  • Politik der Nachhaltigkeit (institutionelle Aspekte, Nachhaltigkeitsstrategien)
  • Lokale Nachhaltigkeitsprozesse (Lokale Agenda 21)
  • Umweltbewegungen/NGOs/lokale Initiativen
  • Methodische Fragen der Inter- und Transdiziplinarität

In den letzten Jahren bekamen dabei die globalen Perspektiven sozial-ökologischer Transformation eine immer größere Bedeutung für mich (vgl. K.-W. Brand, Hrsg., 2017. Die sozial-ökologische Transformation der Welt. Ein Handbuch, Campus). Das impliziert auch den Versuch, die komplexe Verknüpfung ökologischer Problemdynamiken mit anderen, sich aktuell vollziehenden globalen Umbruchsdynamiken verständlich zu machen. Die Frage ist, welche zentralen Konfliktlinien und welche Szenarien möglicher Zukünfte (nicht-)nachhaltiger Entwicklung sich daraus ergeben. Der digitale Umbruch von Wirtschaft und Gesellschaft, der sich dramatisch beschleunigende Klimawandel, die sich immer weiter verschärfende Kluft zwischen Reich und Arm, der aktuelle Ukraine-Krieg sowie die sich verschärfenden Hegemonialkonflikte zwischen den China und den USA verweisen auf den hoch konflikthaften Charakter dieses Transformationsprozesses.

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